Maschenprobe Bluefaced Leicester DK

Ich liebe Maschenproben. Wenn ich eine neue Wolle in mein Programm aufnehme, mache ich als erstes Musterfleckerln in glatt rechts. Ja, mehrere. Ich verwende verschiedene Nadelstärken mit Blick auf die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des Garns: dickere Nadeln für ein lockeres Maschenbild für ein Tuch, dünnere Nadeln für ein dichteres Maschenbild für eine Jacke, die die Form gut behalten soll, und noch dünnere für eine Haube, wo der Wind nicht durchpfeifen soll.

Nach dem Waschen suche ich das Fleckerl aus, bei dem mir das Maschenbild am besten gefällt, und zähle, wie viele Maschen und wie viele Reihen einem Quadrat von 10 cm Seitenlänge entsprechen. Meistens stimmt die Anzahl nicht mit der Angabe auf der Banderole überein...

Denn die Maschenprobe ist etwas höchst Individuelles.

Wenn ich gefragt werde: „Mit welcher Nadel stricke ich diese Wolle?“, lautet meine Antwort immer: „Das kommt darauf an, was es werden soll. Und: Strickst du locker oder fest?“ Die Angaben auf meinem Musterfleckerl und der Garnbanderole dienen als Anhaltspunkte, aber im Endeffekt musst du selbst ausprobieren, welche Nadelstärke für dich passt.

Interessant wird die Sache vor allem dann, wenn du nach einer Anleitung stricken möchtest. Die dort angegebene Nadelstärke dient ebenfalls nur als Orientierungshilfe. Wichtig ist, möglichst nahe an die Maschenprobe im angegebenen Muster heran zu kommen (egal mit welcher Nadelstärke), denn nur so ist gewährleistet, dass das fertige Strickstück die angegebenen Maße hat.

Also, fasse dir ein Herz und mache bei deinem nächsten Projekt ein Musterfleckerl bevor du mit dem eigentlichen Strickstück beginnst!